Ratgeber · Kapitalanlage

Finanzierung, die zur Miete passt.

Eigenkapital, Kreditarten, Zinsen und Sondertilgung: Worauf es bei der Finanzierung einer Kapitalanlage wirklich ankommt – verständlich erklärt und mit einer ehrlichen Beispielrechnung.

Eine Immobilie als Kapitalanlage steht und fällt mit ihrer Finanzierung. Die richtige Mischung aus Eigenkapital, Kreditart und Tilgung entscheidet darüber, ob sich Ihre Investition trägt – oder ob die Rate zur Belastung wird.

Warum Eigenkapital wichtig ist

Je mehr Eigenkapital Sie einbringen, desto stabiler ist Ihre Investition. Als Faustregel gilt:

Warum nicht 100 % Fremdkapital (Vollfinanzierung)?

Vollfinanzierungen ohne Eigenkapital sind riskant:

Kreditarten für Kapitalanlagen

1. Annuitätsdarlehen (Standard)

Das ist der häufigste Kredittyp: Sie zahlen jeden Monat denselben Betrag, der sich aus Zins und Tilgung zusammensetzt. Mit der Zeit sinkt der Zinsanteil und der Tilgungsanteil steigt.

Vorteile: planbar, transparent, einfach zu kalkulieren.
Nachteile: anfangs hoher Zinsanteil.

2. Tilgungsdarlehen

Hier bleibt der Tilgungsanteil konstant, während die Zinsen mit der sinkenden Restschuld zurückgehen. Die Monatsrate fällt also über die Laufzeit.

Vorteile: schneller schuldenfrei, insgesamt weniger Zinsen.
Nachteile: anfangs höhere Rate, etwas aufwendigere Planung.

3. Variables Darlehen (für Einsteiger nicht empfohlen)

Der Zins wird regelmäßig an einen Leitindex (z. B. EURIBOR) angepasst. Das Risiko: Die Zinsen können deutlich steigen.

Geeignet nur für: erfahrene Anlegerinnen und Anleger mit hohem Sicherheitspuffer.

Wichtige Kreditparameter

Kreditlaufzeit

Für Kapitalanlagen werden in der Regel 20–30 Jahre empfohlen:

Sollzinssatz

Aktuell (2026) liegt der Zins je nach Bonität und Eigenkapital bei etwa 3–5 %. Vergleichen Sie immer mehrere Banken: Schon 0,5 % Unterschied bedeuten rund 1.500 € Mehrkosten pro Jahr.

Sondertilgung

Die Möglichkeit, zusätzlich zur Rate Geld zu zahlen und so schneller schuldenfrei zu werden. Fordern Sie diese Option im Kreditvertrag ein – idealerweise 5–10 % der Kreditsumme pro Jahr kostenfrei.

Wie hoch darf die Kreditrate sein?

Die häufigste Falle: zu knapp kalkulieren. Ihre Mieteinnahmen müssen die Kreditrate decken – und zwar mit Sicherheitspuffer für Leerstand und Reparaturen.

Szenario Jahresmiete Max. Kreditrate (monatlich)
Konservativ (mit Leerstand-Reserve) 12.000 € 800 €
Moderat (normal) 12.000 € 1.000 €
Optimistisch (knapp) 12.000 € 1.200 €

Faustregel: Die monatliche Kreditrate sollte höchstens 75–80 % der monatlichen Mieteinnahmen (nach Nebenkosten) betragen.

Beispielrechnung: 300.000-€-Immobilie

Ist das finanzierbar?

Ergebnis: In diesem Beispiel ist die Immobilie ohne zusätzliches Einkommen nicht allein aus der Miete finanzierbar. Entweder braucht es mehr Eigenkapital, eine längere Laufzeit – oder ein Objekt mit besserem Verhältnis von Kaufpreis zu Miete.

Wichtig: Banken rechnen oft mit 80 % der Mieteinnahmen. Planen Sie realistischer – mit Leerstand, Reparaturen und Mietausfällen. Kalkulieren Sie nie zu knapp.

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