Eine strukturierte Prüfung schützt Sie vor teuren Fehlern. Diesen Leitfaden können Sie ausdrucken und bei jeder besichtigten Immobilie durchgehen. So vergleichen Sie Objekte sachlich und treffen keine übereilten Entscheidungen.
Lage & Standort
- ÖPNV-Anbindung: Ist die Immobilie gut mit öffentlichen Verkehrsmitteln erreichbar? (U-Bahn, S-Bahn, Bus in Fußdistanz)
- Einkaufsinfrastruktur: Gibt es Supermärkte, Restaurants und Cafés im unmittelbaren Umfeld?
- Arbeitsplätze: Gibt es Arbeitgeber in der Nähe? Das sichert die Nachfrage nach Wohnraum.
- Schulen & Kitas: Für Mieter mit Kindern attraktiv und wichtig für die Vermietbarkeit.
- Stadtentwicklung: Plant die Stadt Investitionen? (Parks, neue Geschäfte, Infrastruktur)
- Nachbarschaft: Gentrifizierung oder Verfall? Lebendiges Viertel oder Schlafquartier?
- Lärm & Umwelt: Verkehrslärm, Flughafen-Nähe oder Industriegebiet in der Umgebung?
Zustand & Alter
- Baujahr: Neubau (0–5 Jahre), Altbau (vor 1950) oder Zwischenkriegsbau, jeweils mit unterschiedlichen Risiken.
- Energieausweis: Ist einer vorhanden? Wie ist die Energieklasse? (A–H, wobei A am besten ist)
- Fassade & Dach: Sichtbare Schäden, Ausblühungen, Risse oder lockere Dachziegel?
- Heizung & Warmwasser: Alter der Anlage? Öl, Gas oder Fernwärme? Wartungszustand?
- Elektrik & Sanitär: Leitungsalter, Rohrzustand (Kupfer/Kunststoff) und Schimmelflecken?
- Fenster & Türen: Einfach- oder Doppelverglasung? Dichtheit? Anstehender Austausch?
- Böden & Wände: Risse, Feuchtigkeitsflecken, abgelöste Tapete oder Schimmel?
- Grundriss: Praktischer Schnitt? Durchlüftung möglich? Zimmer sinnvoll vermietbar (auch WG-tauglich)?
Mietmarkt & Vermietbarkeit
- Durchschnittsmietpreise: Wie viel kostet ein Quadratmeter in der Nachbarschaft? (Online-Portale, Makler-Daten)
- Nachfrage: Ist der Mietmarkt angespannt oder überschwemmt? (Portale prüfen, Makler befragen)
- Mietpreisentwicklung: Wie war die Preisentwicklung in den letzten fünf Jahren?
- Zielgruppe: Wer soll mieten – Studenten, Berufstätige, Familien? Je größer die Zielgruppe, desto leichter die Vermietung.
- Leerstandsquote: Wie viele leere Wohnungen gibt es in der Region? Eine hohe Quote bedeutet Risiko.
- Bestehender Mietvertrag: Falls bereits vermietet: Laufzeit, Bonität des Mieters und Nebenkosten-Regelung prüfen.
Rechtliche Belange
- Grundbuch-Eintrag: Gibt es Einträge, Hypotheken oder Grundschulden? Notarielle Prüfung erforderlich.
- Baulasten & Dienstbarkeiten: Überraschungen im Grundbuch? (Wegerecht, Leitungsrechte, Bebauungspläne)
- Bebauungsplan: Sind Änderungen geplant? Kann die Immobilie so bestehen bleiben?
- Denkmalschutz: Ist das Gebäude geschützt? Das bringt Einschränkungen, aber auch Steuervergünstigungen.
- Nachbarschaftsprobleme: Gibt es dokumentierte Gerichtsprozesse, Grenzstreitigkeiten oder Lärmbelästigung?
- Makler- & Notarkosten: Sind sie einkalkuliert? (rund 7–12 % des Kaufpreises)
Rendite & Wirtschaftlichkeit
- Brutto-Rendite: Berechnet? (Ziel: mindestens 3–4 %)
- Netto-Rendite: Nach Nebenkosten und Steuern berechnet? (Ziel: mindestens 2–3 %)
- Kaufpreisfaktor: Berechnet? (ideal: 16–20, akzeptabel: 20–25)
- Nebenkosten realistisch: Nicht zu niedrig angesetzt? (mindestens 1–2 % des Kaufpreises pro Jahr)
- Leerstandsrisiko: Realistisches Budget für Leerzeiten eingeplant? (1–3 Monate pro Jahr sind üblich)
- Finanzierungszins: Mit dem aktuellen Marktzins gerechnet?
Steuerliche Aspekte
- Abschreibung: Wohngebäude: 2 % pro Jahr über 50 Jahre. Sind Sie darüber informiert?
- Einkommensteuer: Wie wirken sich die Mieteinnahmen auf Ihre gesamte Steuerlast aus?
- Spekulationsfrist: Wenn Sie innerhalb von zehn Jahren verkaufen wollen: Verstehen Sie die Besteuerung?
- Werbungskosten: Sind Ihnen alle absetzbaren Kosten klar? (Zinsen, Gebühren, Reparaturen, nicht jedoch Investitionen)
- Fachberatung: Haben Sie mit Steuerberater oder Anwalt geplant?
Finanzierung
- Eigenkapitalquote: 20–30 % sind bei Kapitalanlagen üblich. Passt das zu Ihren Mitteln?
- Kreditkonditionen verglichen: Mehrere Banken angefragt? Sind die Zinssätze aktuell?
- Kreditlaufzeit: 20–30 Jahre sind bei Kapitalanlagen empfehlenswert – breiter verteilt bedeutet stabilere Rendite.
- Sondertilgung möglich: Gibt es Flexibilität für zusätzliche Zahlungen?
- Bereitstellungszinsen: Fallen welche an? Das sind zusätzliche Kosten.
- Vollfinanzierung: Für Anfänger zu riskant – möglichst vermeiden.
Versicherungen & Gemeinschaft
- Gebäudeversicherung: Ist sie vorhanden? Sind die Prämien akzeptabel?
- Haftpflicht: Wer haftet für Schäden? Ist das versichert?
- Hausverwalter: Kompetent? Ist das Gebührenmodell transparent?
- Hausgeld & Nebenkosten: Entwicklung der letzten fünf Jahre prüfen – steigen sie kontinuierlich?
- Instandhaltungsrücklage: Ist die Wohnanlage ausreichend für zukünftige Reparaturen finanziert?
Persönliche Fragen
- Investitionsziel: Geht es um Mietrendite oder Wertsteigerung? Das beeinflusst die Lageauswahl.
- Zeithorizont: Wie lange wollen Sie halten? (10, 20 oder 30 Jahre?)
- Risikotoleranz: Können Sie mit Leerstand oder kurzfristigen Verlusten umgehen?
- Selbst- oder Hausverwaltung: Wie viel Zeit und Wissen bringen Sie mit?
- Finanzielle Rücklagen: Haben Sie 3–6 Monatsmieten für Notfälle beiseite?
Checkliste lieber professionell anwenden lassen?
Häuserhelden prüft Ihre Wunschimmobilie und gibt eine ehrliche Rendite-Bewertung, kostenlos und unverbindlich.
Beratung buchen