Solingen führt keinen eigenen qualifizierten Mietspiegel. Wer die ortsübliche Vergleichsmiete kennen will, braucht die Marktauswertungen der Immobilienportale. Diese zeigen für 2026 im Schnitt Angebotsmieten von rund 9,37 bis 9,70 Euro pro Quadratmeter nettokalt, mit einer Spanne von etwa 8,33 Euro in einfachen bis 11,27 Euro in besten Lagen. Diese Seite erklärt den Unterschied zwischen amtlichem Mietspiegel und Marktauswertung, ordnet die Zahlen nach Stadtteil ein und zeigt, was Vermieter und Mieter in Solingen daraus machen können.
Solingen hat keinen amtlichen Mietspiegel
Ein qualifizierter Mietspiegel nach § 558d BGB wird von der Gemeinde oder gemeinsam von Vermieter- und Mieterverbänden nach einem wissenschaftlich anerkannten Verfahren erstellt und regelmäßig fortgeschrieben. Er ist die rechtlich stärkste Grundlage für eine Mieterhöhung. Solingens Nachbarstädte haben einen solchen Mietspiegel: Remscheid und Wuppertal führen jeweils einen eigenen qualifizierten Mietspiegel. Solingen selbst hat bislang keinen eigenen Mietspiegel, weder einen einfachen noch einen qualifizierten.
Ohne amtlichen Mietspiegel bleiben als Quelle die Marktauswertungen der großen Immobilienportale. Diese beruhen auf Angebotsmieten, also den Mieten, mit denen Wohnungen aktuell inseriert werden, nicht auf tatsächlich abgeschlossenen Bestandsmieten. Das ist ein wichtiger Unterschied: Ein Mietspiegel bildet die Vergleichsmiete im Bestand ab, eine Marktauswertung bildet das aktuelle Angebot ab. Beide Werte liegen in angespannten Märkten häufig nah beieinander, decken sich aber nicht zwangsläufig.
Mietpreise in Solingen 2026
Die durchschnittlichen Angebotsmieten in Solingen liegen laut Marktauswertungen 2026 bei rund 9,37 bis 9,70 Euro pro Quadratmeter nettokalt. Die Spanne reicht von etwa 8,33 Euro pro Quadratmeter in einfachen Lagen bis rund 11,27 Euro pro Quadratmeter in den besten Lagen. Nach Stadtteil zeigt sich das gewohnte Bild der Stadt: Wald liegt mit etwa 9,35 Euro pro Quadratmeter eher am unteren Ende, Ohligs mit rund 11,13 Euro pro Quadratmeter deutlich darüber. Die genaue Miete einer Wohnung hängt immer zusätzlich von Baujahr, Ausstattung, Energiestandard und der Mikrolage ab, Solingens Hanglagen sorgen dafür, dass sich die Preise schon auf wenigen Hundert Metern unterscheiden können.
Mietpreise nach Stadtteil
Aus den vorliegenden Marktdaten lassen sich zwei verlässliche Pole benennen. Für die übrigen Stadtteile gibt es derzeit keine eigenständig belegten Mietwerte, deshalb nennen wir hier ausschließlich das, was tatsächlich recherchiert ist:
| Lage | Miete/m² nettokalt | Einordnung |
|---|---|---|
| Wald | ca. 9,35 € | günstigster belegter Stadtteilwert |
| Stadtschnitt Solingen | ca. 9,37–9,70 € | Durchschnitt aller Lagen |
| Ohligs | ca. 11,13 € | teuerster belegter Stadtteilwert |
Zusätzlich ist die Bandbreite über alle Lagen hinweg bekannt: von rund 8,33 Euro pro Quadratmeter in einfachen bis 11,27 Euro pro Quadratmeter in den besten Lagen der Stadt. Wo genau innerhalb dieser Spanne eine einzelne Wohnung liegt, entscheidet die konkrete Adresse, nicht der Stadtteilname allein.
Was die ortsübliche Vergleichsmiete rechtlich bedeutet
Die ortsübliche Vergleichsmiete ist nach § 558 BGB die Miete, die in der Gemeinde für Wohnraum vergleichbarer Art, Größe, Ausstattung, Beschaffenheit und Lage in den letzten sechs Jahren vereinbart oder angepasst wurde. Sie ist die Obergrenze für eine Mieterhöhung im laufenden Mietverhältnis: Vermieter dürfen die Miete bis zur ortsüblichen Vergleichsmiete anheben, höchstens aber um 20 Prozent innerhalb von drei Jahren (in angespannten Wohnungsmärkten 15 Prozent).
Eine Mieterhöhung muss begründet werden. Gibt es wie in Solingen keinen qualifizierten Mietspiegel, lässt § 558a BGB andere Begründungsmittel zu: die Benennung von mindestens drei vergleichbaren Wohnungen, ein Sachverständigengutachten oder den Mietspiegel einer vergleichbaren Gemeinde. Ein einfacher Mietspiegel oder eine Mietdatenbank können ebenfalls herangezogen werden, sofern vorhanden. Den vollständigen Gesetzestext finden Sie unter § 558 BGB.
Für Mieter: Angebote richtig einordnen
Ohne amtlichen Mietspiegel bleibt der Marktwert die beste verfügbare Orientierung. Liegt ein Angebot in einer einfachen oder mittleren Lage deutlich über 11 Euro pro Quadratmeter nettokalt, lohnt ein genauer Blick auf Ausstattung, Baujahr und energetischen Zustand, denn das liegt bereits am oberen Rand der Solinger Spanne. Liegt die geforderte Miete in einer gefragten Lage wie Ohligs oder Gräfrath unter 9 Euro, handelt es sich eher um ein günstiges Angebot. Zur Einordnung hilft außerdem der Vergleich mit mehreren aktuellen Inseraten in derselben Straße oder im selben Viertel, nicht nur der Stadtdurchschnitt.
Für Vermieter: Mietpreisfindung mit Häuserhelden
Wer in Solingen vermietet, muss die Miete ohne amtlichen Mietspiegel selbst marktgerecht herleiten und bei einer späteren Erhöhung belastbar begründen können. Häuserhelden ermittelt dafür die realistische Miete auf Basis aktueller Vergleichsangebote in der jeweiligen Lage, nicht anhand des Stadtdurchschnitts, und begleitet die komplette Vermietung von der Mietfestsetzung über die Vermarktung bis zur Auswahl geeigneter Mieter. Das senkt das Risiko, die Wohnung zu niedrig anzusetzen oder mit einer unrealistischen Miete lange leer stehen zu lassen.
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Gibt es einen amtlichen Mietspiegel für Solingen?
Nein. Solingen führt keinen eigenen qualifizierten Mietspiegel nach § 558d BGB. Zur Einordnung der ortsüblichen Vergleichsmiete dienen Marktauswertungen der Immobilienportale. Nachbarstädte wie Remscheid und Wuppertal haben eigene qualifizierte Mietspiegel, Solingen bislang nicht.
Wie hoch sind die Mietpreise in Solingen 2026?
Die Angebotsmieten liegen 2026 im Schnitt bei rund 9,37 bis 9,70 Euro pro Quadratmeter nettokalt. Die Spanne reicht von etwa 8,33 Euro pro Quadratmeter in einfachen Lagen bis rund 11,27 Euro pro Quadratmeter in den besten Lagen. Nach Stadtteil liegt Wald mit etwa 9,35 Euro eher günstig, Ohligs mit rund 11,13 Euro am oberen Ende.
Was ist die ortsübliche Vergleichsmiete und wofür braucht man sie?
Die ortsübliche Vergleichsmiete nach § 558 BGB ist die Miete, die in der Gemeinde für vergleichbaren Wohnraum üblich ist. Vermieter brauchen sie, um eine Mieterhöhung zu begründen: ohne qualifizierten Mietspiegel müssen sie die Erhöhung mit Vergleichswohnungen, einem Mietgutachten oder dem Mietspiegel einer vergleichbaren Gemeinde belegen.
Wie finde ich als Mieter heraus, ob eine Miete in Solingen angemessen ist?
Ohne amtlichen Mietspiegel helfen die Marktwerte zur Orientierung: Liegt das Angebot deutlich über 11 Euro pro Quadratmeter nettokalt in einer einfachen oder mittleren Lage, lohnt ein genauerer Blick auf Ausstattung und Zustand. Liegt es unter 9 Euro in einer gefragten Lage wie Ohligs oder Gräfrath, ist das eher ein günstiges Angebot.