Für Makler · Lesezeit ca. 6 Min · von Daniel Kircher

Immobilienfotos: 7 Tipps, die mehr Anfragen bringen

Das erste, was ein Interessent von Ihrem Objekt sieht, ist nicht die Lage, nicht der Preis — es ist das Titelbild. Wer hier verliert, bekommt gar keine Chance mehr, den Rest zu erklären.

Ich habe Objekte mit identischer Ausstattung vermarktet — einmal mit Smartphone-Fotos, einmal mit professionellem Shooting. Der Unterschied bei den Anfragen in der ersten Woche war deutlich. Fotos sind kein Nice-to-have, sie sind der erste Filter, durch den jeder potenzielle Käufer geht. Diese 7 Tipps helfen, diesen Filter zu bestehen.

Warum Fotos der wichtigste Conversion-Faktor im Exposé sind

ImmoScout, Immowelt und Kleinanzeigen zeigen alle Objekte in einem Grid. Der Klick entscheidet sich in unter einer Sekunde — allein aufgrund des Titelbilds. Eine Studie des Portals ImmoScout aus dem Jahr 2023 zeigte, dass Inserate mit professionellen Fotos bis zu 50 % mehr Klicks erzielen als solche mit Smartphone-Bildern. Mehr Klicks bedeuten mehr Anfragen, mehr Besichtigungen, schnellere Verkäufe.

Das ist keine Frage des Geschmacks — es ist Arithmetik. Wer bessere Fotos hat, gewinnt den Aufmerksamkeitswettbewerb.

Tipp 1: Zur richtigen Tageszeit fotografieren

Natürliches Licht ist das beste Licht — und es kostet nichts. Fotografieren Sie Innenräume am frühen Vor- oder Nachmittag, wenn die Sonne schräg einfällt und Räume warm und einladend wirken. Mittagssonne erzeugt harte Schatten und flache Bilder. Für Außenaufnahmen ist die „goldene Stunde" kurz nach Sonnenaufgang oder vor Sonnenuntergang ideal.

Konkret: Buchen Sie Shootings nicht spontan, sondern prüfen Sie vorab die Sonnenausrichtung des Objekts. Eine West-Terrasse fotografiert man nachmittags, eine Ost-Fassade am Morgen.

Tipp 2: Räume konsequent entkluttern

Das Wichtigste vor dem Shooting ist nicht die Kamera — es ist der Kofferraum. Nehmen Sie alles mit, was den Raum kleiner oder unruhiger macht: Kühlschrankmagnete, Teppiche die abgewetzt wirken, persönliche Fotos, Kabel, volle Mülltonnen vor dem Haus, Autos in der Einfahrt.

Ein leerer, sauberer Raum lässt sich besser fotografieren und lässt Interessenten sich besser vorstellen, ihre eigenen Möbel hineinzustellen. Das gilt auch für Außenanlagen: Hecken stutzen, Wege fegen, Gartengeräte wegräumen.

Tipp 3: Weitwinkel richtig einsetzen — und nicht übertreiben

Ein Weitwinkelobjektiv (16–24 mm Äquivalent) macht Räume größer und luftiger. Das ist legitim — solange die Darstellung nicht irreführend wird. Extreme Weitwinkel (unter 14 mm) verzerren Räume so stark, dass Interessenten bei der Besichtigung enttäuscht sind. Das kostet Vertrauen.

Die Faustregel: Räume dürfen auf dem Foto größer wirken, aber der Eindruck sollte bei der Besichtigung nicht gekippt werden. Ein guter Fotograf findet diesen Mittelweg automatisch.

Tipp 4: Drohnenfotos für alle Außenobjekte

Freistehende Häuser, Mehrfamilienhäuser, Grundstücke und Lagen in der Nähe von Gewässern oder Grünflächen profitieren enorm von Luftaufnahmen. Eine Drohne zeigt, was kein Bodenfoto zeigen kann: die Einbettung ins Umfeld, die Größe des Grundstücks, die Nähe zum Park.

Drohnenaufnahmen sind in Deutschland genehmigungspflichtig für kommerzielle Nutzung. Ein professioneller Dienstleister kümmert sich darum. Der Aufpreis (oft 100–200 Euro) lohnt sich bei Objekten ab etwa 350.000 Euro Verkaufspreis fast immer.

Tipp 5: Virtuelles Home Staging für leere Objekte

Leere Räume verkaufen sich schlechter als möblierte — weil die meisten Menschen schlecht einschätzen können, wie ein leerer Raum möbliert aussehen würde. Virtuelles Home Staging löst dieses Problem: Ein Dienstleister fügt per Bildbearbeitung Möbel, Lampen und Dekoration ins Foto ein.

Das Ergebnis kostet je nach Anbieter zwischen 30 und 100 Euro pro Bild und kann die Klickrate spürbar erhöhen. Hinweis im Exposé „virtuell eingerichtet" ist empfehlenswert, um falsche Erwartungen zu vermeiden.

Tipp 6: Bildbearbeitung — ja, aber mit Maß

Helligkeit korrigieren, Weißabgleich anpassen, kleine Störungen retuschieren — das ist Standard und völlig legitim. Was nicht legitim ist: Wände weiß malen, die gelb sind; Schimmel wegretuschieren; einen bewölkten Himmel durch Sonnenschein ersetzen. Das kann rechtliche Konsequenzen haben und beschädigt das Vertrauen bei der Besichtigung.

Die Regel: Bearbeitung darf Stimmung verbessern, aber keine sachlich falschen Tatsachen schaffen.

Tipp 7: Ab wann rechnet sich ein Profifotograf?

Kurze Antwort: fast immer. Ein professionelles Shooting kostet je nach Region zwischen 150 und 500 Euro. Bei einem Objekt mit 300.000 Euro Kaufpreis und 3 % Provision entspricht eine zusätzliche Anfrage bereits einem Mehrwert von 9.000 Euro. Die Foto-Kosten amortisieren sich rechnerisch, wenn der Profi auch nur eine einzige zusätzliche Anfrage erzeugt — was empirisch oft der Fall ist.

Für Objekte unter 150.000 Euro kann die Kosten-Nutzen-Abwägung anders aussehen. Hier lohnt es sich, selbst in ein gutes Weitwinkelobjektiv zu investieren und die Grundregeln aus diesem Artikel zu beachten.

Foto, Drohne, Video als Service

Häuserhelden Studio bietet Foto, Drohne und Video als gebündelten Darstellungs-Service für Makler an — zum Platzhalterpreis von ab 390 €. Das schließt Planung, Shooting-Termin, Bearbeitung und Übergabe aller Dateien ein. Details auf Anfrage im Erstgespräch.

Hinweis: Drohnenflüge für kommerzielle Zwecke unterliegen in Deutschland der Genehmigungspflicht nach §21h LuftVO. Beauftragen Sie nur zertifizierte Dienstleister mit gültigem EU-Drohnenführerschein. Dieser Artikel ersetzt keine rechtliche Beratung.

Professionelle Darstellung für Ihre Objekte

Im Erstgespräch besprechen wir, welche Darstellungs-Bausteine für Ihr Portfolio sinnvoll sind — Foto, Drohne, Video oder alles zusammen.

Erstgespräch buchen 📞 +49 176 41700624